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Abschluss des Berufungsprozesses: Der Anfang vom Ende der Ära Le Pen?

Für die französische Rechtsradikale Marine Le Pen geht es beim Berufungsprozess wegen mutmaßlicher Veruntreuung von EU-Geldern um ihre politische Zukunft. Verliert sie, kann sie wohl nicht als Präsidentschaftskandidatin antreten.
Am Ende seines Plädoyers setzt Marine Le Pens Anwalt, Rodolphe Bosselut, auf ein persönliches Argument - und auf Pathos: "Meine Mandantin vertraut Ihnen ihr Lebenswerk an", wendet sich Bosselut an die Richter. Allerdings nicht ohne auf den Kontext des Prozesses einzugehen: Mit Blick auf die anstehende Präsidentschaftswahl müssten die Richter eine so wörtlich "schwindelerregende" Entscheidung treffen.
"Eine fast schon politische Entscheidung also?", fragt später ein Journalist. Nein - aber eine juristische Entscheidung mit politischen Konsequenzen, entgegnet Le Pens Anwalt. Für die dreifache Präsidentschaftskandidatin des rechtsnationalen Rassemblement National (RN) geht es um nicht weniger als ihre politische Zukunft.
Staatsanwältin: Organisiertes System der Veruntreuung
Neben einer Gefängnis- und einer Geldstrafe fordert die Staatsanwaltschaft - wie schon in erster Instanz - dass Le Pen fünf Jahre lang nicht bei Wahlen antreten darf. Forderungen, die Staatsanwältin Marie-Suzanne Le Quéau im Interview bei France Inter öffentlich rechtfertigt. Die Richter interessierten sich nicht für das persönliche Schicksal von Politikerinnen und Politikern, sagt Le Quéau. Sie bewerteten Fakten, träfen Entscheidungen und sollten die Fakten Straftaten darstellen, dann sprächen sie eine Strafe aus.
Weiter sagt die Staatsanwältin im Interview: "Worüber reden wir denn im Prozess um die parlamentarischen Assistenten des Rassemblement National? Über ein organisiertes System, über die Veruntreuung öffentlicher europäischer Gelder durch eine Partei, und das über etwa zehn Jahre - mit einem Schaden von gut drei Millionen Euro für das Europäische Parlament."
Bardella als Ersatzplan
Sollten die Richter den Forderungen stattgegeben, würde das - aller Wahrscheinlichkeit nach - das Ende für Le Pens Präsidentschafts-Projekt 2027 bedeuten. Marine Le Pen, die jahrzehntelang die "dédiabolisation", die Ent-Dämonisierung ihrer Partei vorangetrieben und den rechtsnationalen Rassemblement National politisch salonfähig gemacht hat, könnte nicht noch einmal antreten. In diesem Fall würde der 30-jährige RN-Parteichef Jordan Bardella die Präsidentschaftskandidatur übernehmen.
"Wir sind sehr unterschiedlich - und ich habe Marine immer bewundert. Dank ihr stehe ich heute dort, wo ich bin. Marine hat nie resigniert. Sie ist eine Kämpferin, stellt sich jeder Prüfung und hat auch ihre Gegner und die politischen Beobachter oft überrascht. Sie kämpft voller Entschlossenheit und Überzeugung", lobt der RN-Parteichef Le Pen im Fernsehsender BFM.
Doch für den Rassemblement National könnte der "Plan B" - der Ersatzplan - der aussichtsreichere sein: In aktuellen Umfragen zieht Bardella an seiner politischen Mentorin vorbei. Auch die Mehrheit der RN-Anhänger hält ihn für den chancenreicheren Kandidaten. Er stehe an der Seite von Le Pen, betont Bardella bei BFM, und versichert ihr seine "totale Loyalität".
Le Pen und Bardella - unterschiedliche Linien
Bisher war die Rollenverteilung zwischen Le Pen und Bardella klar: sie die Präsidentschaftskandidatin, er der Aspirant für das Amt des Regierungschefs. Inhaltlich verkörperten Le Pen und Bardella unterschiedliche Linien, die für die Partei aber beide wichtig seien, erklärt Mathieu Gallard, Forschungsleiter beim Umfrage-Institut IPSOS. "Die von Marine Le Pen ist eine eher populistische, Anti-System-Strategie - die darauf abzielt 'das Volk' allgemein anzusprechen. Jordan Bardella arbeitet eher auf einen Zusammenschluss der rechten Parteien hin. Er vertritt wirtschaftlich eher liberale Positionen, fährt gesellschaftspolitisch und was Werte betrifft eine konservative Linie. Damit versucht er, auch die klassisch konservative Wählerschaft anzusprechen."
Wenn Marine Le Pen von der Wahl ausgeschlossen wird, könnte das zu Spannungen und Richtungskämpfen innerhalb des RN führen, sagt Gallard. Dass diese möglichen Auseinandersetzungen den Wahlkampf der Partei gefährden, hält er für unwahrscheinlich. Aber: "Sollte Bardella der Meinung sein, dass seine Linie die bessere ist - und sogar versuchen, sie gegen Marine Le Pen durchsetzen zu wollen, dann könnte das zu Problemen führen. Der Großteil der wichtigen Leute innerhalb des RN stehen hinter Marine Le Pen, vertreten eher ihre Linie. Und Jordan Bardella könnte also ziemlich schnell isoliert werden."
Von einem möglichen Ende der Ära Le Pen zu sprechen, wäre also verfrüht - auch, wenn sie von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen bleiben sollte. Trotzdem ist dieser Prozess eine Weichenstellung für die Wahl im kommenden Jahr. Und er könnte die Machtverhältnisse innerhalb des RN verschieben. Das Urteil soll am 07. Juli fallen.
Industriegipfel in Antwerpen: Merz will weniger Regeln für Europas Wirtschaft

Deregulierung und eine "Made in Europe"-Quote: Deutschland und Frankreich wollen sich für Wirtschaftsreformen in der EU stark machen - wenn auch auf unterschiedlichen Gebieten. Bei der Industrie stößt das zumindest zum Teil auf offene Ohren.
Vor dem EU-Gipfel in Antwerpen haben Deutschland und Frankreich Reformen für die kriselnde Wirtschaft gefordert - allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Kanzler Friedrich Merz plädierte bei einem Industrietreffen für die weitreichende Abschaffung von Regeln für Unternehmen. "Wir müssen jeden Sektor deregulieren", sagte er.
Kleine Korrekturen an Gesetzen reichten seiner Ansicht nach nicht aus. Als Beispiel nannte er das kürzlich abgeschwächte EU-Lieferkettengesetz. Die europäischen Institutionen seien "nicht so schnell, wie sie sein müssten", so der Kanzler weiter.
Europa soll "eigenständige Macht" werden
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron pochte darauf, die europäische Industrie schnell gegenüber unfairem internationalem Wettbewerb zu schützen. Er sei nicht für Protektionismus, sagte Macron, aber die EU müsse handeln, "um der Zersplitterung, der Schwächung und wahrscheinlich der Demütigung Europas ein Ende zu setzen". Europa müsse "eine eigenständige Macht" werden.
Er warb erneut dafür, europäische Unternehmen in Ausschreibungen im öffentlichen wie im privaten Sektor zu bevorzugen. In China und den USA sei das längst der Fall. Die EU sei "verrückt", europäische und andere Unternehmen gleich zu behandeln.
Macron wies darauf hin, dass es ohne Schutzvorschriften etwa in drei bis fünf Jahren keine Stahlindustrie oder Chemieunternehmen in Europa mehr geben werde. Dies hätte dann auch katastrophale Folgen für die Pharma- und Agrarindustrie. Die EU müsse sehr schnell handeln.
Von der Leyen offen für "Made in Europe"-Quote
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich in einer Rede offen für den Vorschlag Frankreichs, verpflichtende Quoten für europäische Produkte bei öffentlichen Investitionen einzuführen. Das öffentlich Beschaffungswesen sei ein mächtiger Hebel für die Industrie, erklärte von der Leyen.
Die EU-Kommission will in den kommenden Wochen dazu einen Gesetzesvorschlag vorlegen. Der Schritt ist allerdings umstritten, Teile der Industrie fürchten hohe Kosten. Merz mahnte deshalb, solche "Made in Europe"-Quoten müssten "das letzte Mittel" sein. Er forderte, sie nur in strategisch besonders wichtigen Branchen anzuwenden.
CO2-Handel soll überarbeitet werden
Von der Leyen drängte zudem darauf, mehr Einnahmen aus Klimazertifikaten in die Industrie zurückfließen zu lassen. Die Mittel stammten aus der Industrie und sollten auch dort reinvestiert werden, sagte sie. Das werde ein zentraler Punkt der anstehenden Reform des CO2-Emissionshandelssystems im Sommer sein.
Merz stelle das aktuelle Emissionshandelssystem grundsätzlich infrage: Dieses solle den Unternehmen eigentlich den Übergang zu einer klimafreundlicheren Produktion ermöglichen. "Sollte dies nicht möglich sein und es sich nicht um das richtige Instrument handeln, sollten wir sehr offen für eine Überarbeitung oder zumindest für eine Verschiebung sein."
Industrie fordert mehr Wettbewerbsfähigkeit
Die europäischen Industrieverbände forderten ebenfalls grundlegende wirtschaftspolitische Reformen. "Uns fehlt das große Ganze, um die europäische Industrie zurück auf Wachstumskurs zu bringen", sagte der BASF-Chef und Vorsitzende des europäischen Chemieverbandes Cefic, Markus Kamieth.
"Der europäische Binnenmarkt ist der größte Wirtschaftsraum der Welt, bleibt aktuell aber fragmentiert, stark reguliert und in zentralen Bereichen unvollendet", warnte auch die deutsche Wirtschaftsinitiative "Made for Germany", der sich branchenübergreifend 123 große Unternehmen und Investoren wie die Deutsche Bank, Siemens oder der Axel-Springer-Verlag angeschlossen haben. "Viele europäische Unternehmen verlieren täglich an Wettbewerbsfähigkeit."
Es brauche zunächst einen "Regulierungsstopp" und dann eine "Regulierungsreform", fordern die Unternehmen. EU-Gesetze müssten "konsequent auf technologische Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum ausgerichtet sein". Auch der Bundesverband der Industrie (BDI) forderte eine "spürbare Deregulierung".
Warnung vor "riskantem Umbau der EU"
In einer gemeinsamen Erklärung forderten die Unternehmen und Verbände von Staats- und Regierungschefs ein politisches Vorgehen, ähnlich wie während der Corona-Pandemie. Die Krise habe damals überwunden werden können, weil Maßnahmen ergriffen wurden, die als unmöglich galten. "Wir brauchen denselben Ansatz für die industrielle Wirtschaftsfähigkeit", heißt es in dem Papier weiter.
Die Organisation Lobby-Control warnte vor einem "riskanten Umbau der EU": "Regeln werden geschwächt, die Konzernlobby bekommt mehr Einfluss, kritische Stimmen werden an den Pranger gestellt." Der Verweis auf die angeblich fehlende Wettbewerbsfähigkeit lasse zugleich die Kosten für Gesundheit und Umwelt außer acht.
Nächster Schritt zu Reform: Wie der Führerschein günstiger werden soll

Der Führerschein soll künftig weniger kosten, sagt die Bundesregierung. Verkehrsminister Schnieder stellte weiterentwickelte Vorschläge vor. Dürfen bald Eltern oder Freunde bei der Ausbildung helfen?
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat in einem nächsten Schritt zu einer Reform umfassende Vorschläge für einen günstigeren Führerschein vorgelegt. "Der Führerschein ist in Deutschland einfach zu teuer", sagte der CDU-Politiker in Berlin.
Nach einer Arbeitsgruppe mit den Ländern legte das Ministerium nun einen detaillierten Katalog vor. Der Erwerb des Führerscheins solle einfacher und digitaler werden, für Fahrschulen solle es weniger Bürokratie geben. Schnieder will außerdem mehr Preistransparenz schaffen: Fahrschulen sollen Preise online verfügbar machen. Die Daten sollen dann Vergleichsportale aufbereiten können.
Was soll sich am Unterricht ändern?
Konkret geplant ist die Möglichkeit eines reinen theoretischen Online-Unterrichts. Fahrschulen sollen auf die Anmietung oder den Erwerb von Schulungsräumen verzichten können. Der Fragenkatalog für die Theorieprüfung soll um knapp 30 Prozent von derzeit 1.169 auf etwa 840 Fragen verringert werden.
Die Zahl verpflichtender Sonderfahrten beim Pkw-Führerschein - das sind etwa Autobahnfahrten - soll verringert werden. "Wir haben im Moment zwölf Sonderfahrten, europarechtlich vorgeschrieben ist überhaupt keine", sagte Schnieder. Diese speziellen Fahrstunden sollen daher für den Pkw-Führerschein auf drei reduziert werden - je eine auf der Autobahn, über Land- und Bundesstraßen und bei Dunkelheit.
Wer auch einen Schaltwagen fahren will, muss statt bislang zehn nur noch sieben Fahrstunden in einem Auto mit Gangschaltung absolvieren.
Dürfen künftig auch Eltern oder Freunde bei der Ausbildung helfen?
Die sogenannte Laienausbildung - also begleitetes Fahren mit Eltern oder Freunden - soll auch in Deutschland erprobt werden. Voraussetzung ist die bestandene Theorieprüfung und mindestens sechs praktische Fahrstunden. Die Begleitpersonen - es dürfen maximal zwei sein - müssen mindestens seit sieben Jahren einen Führerschein haben und das Auto muss gekennzeichnet sein. In Österreich, wo die Laienausbildung bereits eingeführt ist, ist es eine blaue Tafel mit weißem L.
Diese Neuerung soll laut Minister Schnieder nicht direkt zur Regel werden. Zunächst sollen die Länder die Möglichkeit bekommen, diese Neuerung fünf Jahre lang auszuprobieren.
Wer bestimmt eigentlich die Preise?
Einen Pauschalpreis oder gesetzliche Vorgaben für die Preisgestaltung gibt es nicht. Das heißt, Fahrschulen bestimmen die Preise für Theorieunterricht und Fahrstunden selbst.
Die Gebühren für die theoretische und praktische Führerscheinprüfung bei TÜV oder DEKRA sind dagegen gesetzlich festgelegt.
Wie haben sich die Kosten entwickelt?
Die Kosten liegen nach Angaben von Verkehrsminister Schnieder im Schnitt bei rund 3.400 Euro - in manchen Regionen sei es auch deutlich mehr, bis zu 4.000 oder sogar 4.500 Euro.
Laut Statistischem Bundesamt sind die Kosten von 2021 bis 2024 überdurchschnittlich stark gestiegen - jeweils stärker als die Verbraucherpreise insgesamt. Im Jahr 2024 waren die Kosten gegenüber dem Vorjahr um 5,8 % gestiegen. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 2,2 %.
Welche Folgen haben die Kosten für die Fahrschulen?
Schnieder hatte bereits im vergangenen Oktober erste Vorschläge gemacht. Seitdem ist laut Fahrlehrerverbänden in vielen Fahrschulen die Zahl der Anmeldungen eingebrochen. Der Grund: Viele potenziell neue Fahrschüler warten ab, bis der Führerschein günstiger wird.
Einer bundesweiten Umfrage unter 2.400 Fahrschulen des Interessenverbandes "Moving" zufolge gibt es weniger Anmeldungen in Großstädten: Dort melden 90 Prozent der befragten Fahrschulen einen Rückgang um 58 Prozent. In ländlichen Regionen geben 80 Prozent der befragten Fahrschulen Einbußen um 52 Prozent an.
Laut TÜV-Experte Richard Goebelt sei im letzten Quartal 2025 zwar noch kein Rückgang der Anmeldezahlen festzustellen. Er rechne aber damit, dass sich die Zahlen zeitversetzt in den Anmeldezahlen für das erste Quartal 2026 niederschlagen.
Wie viele Menschen machen einen Führerschein?
Trotz der hohen Kosten hat die Zahl der Fahrprüfungen in Deutschland 2025 ein Allzeithoch erreicht. Über alle Klassen hinweg wurden im vergangenen Jahr laut Datenerhebung des TÜV-Verbands mehr Theorie- und mehr Praxisprüfungen abgelegt. Die Zahl der Theorieprüfungen stieg um 1,6 Prozent auf 2,04 Millionen, die Zahl der Praxisprüfungen um 4,9 Prozent auf rund 1,89 Millionen, wie der TÜV mitteilte.
Mit Abstand am häufigsten wird der Autoführerschein gemacht. Die Mehrheit der Fahrschülerinnen und -schüler bestand die Prüfung für den Autoführerschein im vergangenen Jahr im ersten Anlauf: In der Theorie waren es 63 Prozent, in der Praxisprüfung 65 Prozent. Bei Wiederholungsprüfungen liegt die Bestehensquote laut TÜV in der Theorie bei 44 Prozent und in der Praxis bei 58 Prozent.
Wie geht es jetzt weiter?
Der Minister hofft auf eine Einigung auf ein Reformpaket bei der Verkehrsministerkonferenz mit den Ländern Ende März, danach könnten rechtliche Änderungen auf den Weg gebracht werden.
Lufthansa-Streik: Was Reisende jetzt wissen sollten

Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa streiken am Donnerstag gleichzeitig - mit starken Einschränkungen für Passagiere. Welche Flüge ausfallen, warum gestreikt wird und welche Alternativen es gibt.
Wer streikt wo und wann?
Die Piloten streiken bei den Airlines Lufthansa und Lufthansa Cargo. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat das Personal ebenfalls bei der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie bei der Regionaltochter Cityline zu einem Warnstreik aufgerufen. Neben den Drehkreuzen Frankfurt und München sind auch die Flughäfen in Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover direkt betroffen. Der Streik soll am Donnerstag um 00.01 Uhr beginnen und bis 23:59 Uhr dauern.
Welche Flüge fallen aus?
Eine konkrete Anzahl von Flügen, die ausfallen, hat die Lufthansa nicht genannt; das Unternehmen hat aber umfangreiche Flugausfälle angekündigt und will betroffene Passagiere automatisch benachrichtigen. Grundsätzlich aber sollen sämtliche Starts ab Deutschland bestreikt werden. Nicht betroffen von dem Streikaufruf sind zum Beispiel Eurowings und Discover.
Welche Alternativen gibt es?
Laut Lufthansa gibt es bei der Annullierung eines Flugs die Möglichkeit, kostenlos auf nicht bestreikte Verbindungen umzubuchen. Inlandsflüge können durch Bahnfahrkarten ersetzt werden.
Welche Rechte haben Passagiere?
Werden durch einen Streik Flüge gestrichen oder sind sie stark verspätet, müssen Fluggesellschaften ihre Passagiere entschädigen. Die Summe der Entschädigung kann dabei zwischen 250 Euro und 600 Euro liegen. Außerdem müssen Airlines schnellstmöglich Alternativen - über andere Fluggesellschaften oder Verbindungen mit Umstiegen - organisieren.
Passagiere, die auf den Flug verzichten, können den Ticketpreis zurückfordern. Am Flughafen haben Betroffene Anspruch auf Essen, Getränke und zwei kostenlose Telefonate. Bei längeren Wartezeiten erstattet die Airline auch Hotelkosten.
Worum geht es bei diesem Streik?
Es geht den Piloten um höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten für die rund 4.800 Beschäftigten. Die Kabinengewerkschaft Ufo fordert Verhandlungen zu verbindlichen Tarifverträgen inklusive einem Sozialplan für die Mitarbeitenden bei der Lufthansa und der Regionaltochter Cityline, weil rund 800 Jobs bedroht seien.
Krieg gegen die Ukraine: Selenskyj stellt Bedingungen für Präsidentenwahl

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat einen Zeitungsbericht dementiert, wonach bereits im Mai Neuwahlen stattfinden könnten. Bevor gewählt werde, müsse eine Waffenruhe gelten und die Sicherheit der Ukraine garantiert werden.
Die Ukraine wird nach Worten ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Wahlen erst dann abhalten, wenn es eine Waffenruhe mit Russland sowie internationale Sicherheitsgarantien für das Land gibt. Damit reagierte er auf einen Bericht der britischen Zeitung Financial Times (FT).
In dem FT-Artikel hieß es, in der Ukraine könnte es möglicherweise schon vor dem 15. Mai Präsidentenwahlen geben. Die Zeitung berief sich dabei auf ukrainische und westliche Quellen. Selenskyj selbst wurde in dem Bericht nicht zitiert.
Die Zeitung schrieb weiter, der Präsident könnte am 22. Februar, dem vierten Jahrestag der russischen Invasion, die Wahl ausrufen. Grund sei der Druck der USA. Im Mai solle dann parallel über das Staatsoberhaupt und eine bis dahin zu erreichende Friedensregelung mit Russland abgestimmt werden. Nun also Selenskyjs Dementi.
Voraussetzung für Neuwahl
Der ukrainische Präsident hatte sich im Dezember bereit erklärt, Wahlen auch unter dem derzeit geltenden Kriegsrecht abzuhalten. Doch schon damals sagte Selenskyj, Voraussetzung sei, dass die Sicherheit der Wahl gewährleistet sei und es eine gesetzliche Grundlage gebe.
Selenskyj reagierte damals darauf, dass US-Präsident Trump indirekt das russische Narrativ übernommen hatte, wonach Selenskyj kein legitimer Präsident der Ukraine sei.
Russland behauptet seit langem, dass die Amtszeit Selenskyjs abgelaufen sei. Laut der ukrainischen Verfassung sind unter Kriegsrecht keine Wahlen vorgesehen. Der entsprechende Artikel kann nur vom Parlament geändert werden.
Schusswaffenangriff in Kanada: Tragödie in den Rocky Mountains

Anders als in den USA sind in Kanada Schusswaffenangriffe mit mehreren Toten sehr selten. Um so schockierter ist das Land am Tag nach den tragischen Ereignissen in Tumbler Ridge, wo mindestens neun Menschen getötet wurden.
Kanadas Premierminister Mark Carney kämpfte mit den Tränen, als er in der Hauptstadt Ottawa den 2.400 Einwohnern von Tumbler Ridge und insbesondere den Angehörigen der Opfer sein Beileid aussprach: "In Tumbler Ridge wachen die Menschen jetzt auf und es fehlt jemand, den sie lieben."
Der Premier ordnete Trauerbeflaggung für Kanada an als er sagte: "Die Nation trauert mit Euch. Kanada steht Euch bei." Seine eigentlich geplante Reise zur Münchner Sicherheitskonferenz sagte Kanadas Premier erst einmal ab.
Noch keine Angaben zum Tatmotiv
Der Schusswaffenangriff in dem kleinen Ort Tumbler Ridge am Fuße der Rocky Mountains ereignete sich am Dienstagnachmittag Ortszeit. In einer weiterführenden Schule wurden sieben Menschen getötet. Zwei weitere Tote wurden in einem Haus in der Nähe der Schule gefunden. Mehr als 25 Menschen wurden verletzt. Auch die mutmaßliche Täterin wurde in der Schule tot aufgefunden - offenbar durch "selbst zugefügte Verletzungen", hieß es im kanadischen Sender CBC.
Der örtliche Polizeichef Ken Floyd wollte allerdings bislang weder Angaben zur Identität der Täterin noch zum Tatmotiv machen: "Wir sind noch nicht so weit, um zu verstehen, was hinter dieser Tragödie steckt. Alles ging sehr schnell. Auch die Zusammenarbeit zwischen Schule, Einsatzkräften und Bürgern."
Türen mit Tischen verbarrikadiert
Der 14-jährige Schüler Darian Quist war während des Schusswaffenangriffs in seinem Klassenzimmer. Plötzlich habe es eine Durchsage gegeben, dass eine Ausgangssperre verhängt wurde, schilderte Darian die Ereignisse im Sender CBC.
Zunächst habe er nicht gedacht, dass irgendetwas passiert ist. Dann aber wurden ihm von Mitschülern anderer Klassen verstörende Fotos geschickt, die das Blutbad in anderen Räumen der Schule zeigten: "Wir haben dann die Türen mit Tischen verbarrikadiert. Wir warteten zwei oder zweieinhalb Stunden, bis Polizisten durch die Tür kamen und uns aus der Schule führten."
Schusswaffenangriffe mit zahlreichen Opfern sind in Kanada selten, was auch an deutlich strengeren Schusswaffengesetzen als in den USA liegt. Eine Tragödie mit noch mehr Opfern als in Tumbler Ridge gab es zuletzt 1989. Damals erschoss ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm.
Deeskalation im Grönland-Streit: NATO startet Arktis-Mission "Arctic Sentry"

Die NATO erhöht ihre Militärpräsenz in der Arktis. Es geht um Abschreckung und um die Verteidigung des Nordens. Zugleich soll der Streit um Grönland zwischen den USA und Dänemark entschärft werden.
Mit einer neuen Arktis-Mission will die NATO den Streit um Grönland, den US-Präsident Donald Trump ausgelöst hatte, deeskalieren. Die Allianz startete dazu ihren Einsatz mit dem Namen "Arctic Sentry" ("Wächter der Arktis").
Er werde die Stärke der NATO nutzen, um sicherzustellen, dass die Arktis und der hohe Norden sicher bleiben, erklärte der Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich. Die Mission folgt auf Trumps Forderungen, die Arktis vor russischem und chinesischem Einfluss zu schützen.
Deutschland will sich mit Flugzeugen beteiligen
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte bereits im Januar signalisiert, dass Deutschland Kapazitäten für die Mission bereitstellen würde. Nun kündigte der SPD-Politiker an, die Bundeswehr werde vier Eurofighter-Kampfjets einsetzen. Zudem werde man auch die "entsprechenden Betankungsmöglichkeiten in der Luft" sicherstellen.
"Arctic Sentry" soll vom operativen Hauptquartier Norfolk im US-Bundesstaat Virginia geführt werden. Dieses ist unter anderem für den Atlantik, die Arktis, Grönland, Island, Norwegen und Großbritannien sowie seit Kurzem auch für Dänemark, Schweden und Finnland zuständig.
Alliierte regten verstärkte Bündnispräsenz an
Die verstärkte Bündnispräsenz im hohen Norden war von Alliierten wie Großbritannien angeregt worden, um den Streit um Grönland zu entschärfen. Trump hatte zeitweise mit Strafzolldrohungen einen Verkauf der riesigen Insel an sein Land erzwingen wollen. Sein Vorgehen begründete er mit der Behauptung, dass das zu Dänemark gehörende Territorium sonst nicht vor Russland und China sicher sei.
Grönland ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.
Gespräche über Grönland-Vereinbarung in Davos
Zuletzt teilte Trump dann nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit, dass ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktis-Region entworfen worden sei. Dieser sieht unter anderem vor, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten.
Angaben aus NATO-Kreisen zufolge sollen die USA zudem ihre Militärpräsenz auf Grönland ausweiten dürfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen auf der rohstoffreichen Arktisinsel bekommen.
Großbritannien erhöht Truppenstärke in Norwegen
Großbritannien kündigte nun an, die Zahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten innerhalb von drei Jahren von aktuell rund 1.000 auf 2.000 verdoppeln zu wollen. Dies solle auch zur Abschreckung in der Region beitragen. "Die Anforderungen an die Verteidigung steigen und Russland stellt die größte Bedrohung der Arktis und des hohen Nordens dar, die wir seit dem Kalten Krieg gesehen haben", sagte Verteidigungsminister John Healey.
Einen ähnlichen Einsatz wie "Arctic Sentry" hatte die NATO zuletzt im vergangenen September vor dem Hintergrund von Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen gestartet. Er heißt "Eastern Sentry" ("Wächter des Ostens") und führte insbesondere zu einer Mobilisierung von zusätzlichen Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten. Deutschland stationierte Kampfjets vom Typ Eurofighter auf dem polnischen Militärflugplatz Malbork.
Datenanalyse: Luftqualität nur auf den ersten Blick gut

Eine Datenanalyse des WDR zeigt: Trotz messbarer Fortschritte bleibt die Luftqualität in deutschen Städten ein Problem. Neue EU-Grenzwerte könnten für einige Kommunen zur Herausforderung werden.
Die Luftqualität in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren verbessert: Alle Grenzwerte der europäischen Luftqualitätsrichtlinien wurden 2025 in Deutschland eingehalten. Das zeigt die vorläufige Auswertung der Messdaten der Bundesländer und des Umweltbundesamtes (UBA). Für Feinstaub ist es demnach bereits das achte Jahr in Folge, für Stickstoffdioxid das zweite Jahr. Allerdings lag die durchschnittliche Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid über der der Vorjahre.
Dirk Messner, Präsident des UBA, sagt, mit der Einhaltung aller Grenzwerte setze sich 2025 die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort. "Es bedarf dennoch weiterer Anstrengungen zur Verbesserung der Luftqualität."
Denn ab 2030 gelten strengere EU-Grenzwerte für die Luftqualität und schon im kommenden Jahr werden sie als Maßstab herangezogen. Überschreiten die Messstationen den künftigen Wert, müssen sogenannte Luftreinhaltepläne von den Kommunen aufgestellt werden, um 2030 die strengeren EU-Grenzwerte zu erreichen.
Fast die Hälfte verfehlt Grenzwerte
Vor allem große Ballungsgebiete mit dichtem Verkehr wie Berlin, Stuttgart und das Ruhrgebiet überschreiten die neuen Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub deutlich. Demnach weisen einige Messstationen besonders hohe Konzentrationen von Stickstoffdioxid und Feinstaub aus.
"Wir werden es wohl nicht schaffen, 2030 die Grenzwerte flächendeckend überall einzuhalten. Vor allem beim Stickstoffdioxid wird es in Städten an stark verkehrsgeprägten Standorten zu Überschreitungen kommen", sagt Ute Dauert vom UBA.
Debatte um Maßnahmen neu entfacht
Und das hat Folgen: Die neue EU-Richtlinie schreibt den Kommunen vor, frühzeitig Konzepte auszuarbeiten. Für die Verkehrsführung könnten die neuen Grenzwerte also an einigen Stellen für Veränderungen sorgen.
Kurzfristige Maßnahmen wurden schon vor Jahren im Zuge der Dieselabgasaffäre debattiert. So wurden etwa im Ruhrgebiet manche Straßen für den Schwerlastverkehr gesperrt, der Verkehr wurde umgeleitet. In Innenstädten wie Stuttgart wurden Fahrverbote für alte Dieselfahrzeuge eingerichtet. München führte auf problematischen Straßen zwischenzeitlich Tempo 30 ein.
Neue Grenzwerte nicht streng genug?
Die WHO empfiehlt viel strengere Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft. Selbst minimale Mengen gelten wissenschaftlich nicht als völlig ungefährlich.
Langfristig sollen die Grenzwerte vollständig an die WHO-Richtwerte angepasst werden. Die Grenzwerte sollen Ende 2030 und danach alle fünf Jahre überprüft werden. Bis 2050 ist angestrebt, die Luftschadstoffe soweit zu reduzieren, dass die Verschmutzung als nicht mehr schädlich für Mensch und Umwelt gilt. "Die neuen europäischen Grenzwerte nähern sich zwar nur schrittweise an die deutlich ambitionierteren Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation an. Dennoch führt jede Verbesserung der Luftqualität dazu, dass das Gesundheitsrisikos für die Gesamtbevölkerung sinkt", so Messner.
Feinstaub als größte Gesundheitsgefahr
Durch Stickstoffdioxid beispielsweise steigt das Risiko von chronischen Atemwegserkrankungen, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Als besonders gesundheitsgefährdend werden sehr kleine Feinstaub-Partikel eingestuft. Sie verbleiben nicht nur in der Lunge, sondern können in den Blutkreislauf gelangen. Die Folge: Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfälle. Auch das Risiko für Diabetes Typ 2 sowie Alzheimer und Demenz steigt. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.
Neben den gesundheitlichen Aspekten verweisen Forschende auf einen wirtschaftlichen Aspekt: Die durch Luftverschmutzung hervorgerufen Krankheiten erzeugen hohe Kosten im Gesundheitssystem.
Kabinettsbeschluss: Neues Gesetz soll für mehr Barrierefreiheit sorgen

Kaputter Fahrstuhl, Stufen oder fehlendes Bodenleitsystem: Für rund 13 Millionen Menschen mit Beeinträchtigung ist der Alltag in Deutschland noch immer voller Hürden. Eine Gesetzesreform soll das ändern.
Um Menschen mit Behinderungen den Alltag zu erleichtern, will die Bundesregierung die Vorgaben zur Barrierefreiheit verändern. Das Kabinett beschloss einen Entwurf des Bundessozialministeriums zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes.
Ziel ist, die Barrieren im privaten und öffentlichen Bereich in den kommenden Jahren schrittweise zu reduzieren. Insbesondere Bundesbehörden- und Gebäude sollen bis 2045 vollständig barrierefrei sein. Auch im Bereich von Dienstleistungen, Verkehr und digitalen Angeboten sind Verbesserungen geplant.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten Benachteiligungsverbot: Demnach dürfen Menschen mit und ohne Behinderung nicht ohne zwingenden Grund unterschiedlich behandelt werden. Vorgesehen ist zudem ein niedrigschwelliges und kostenfreies Schlichtungsverfahren für Streitfälle. Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) hatte den Entwurf bereits im vergangenen Sommer in die regierungsinterne Abstimmung gegeben.
Regierung wirbt mit mehr Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen
Im privaten Bereich setzt das Gesetz auf flexible Lösungen statt auf konkrete Vorgaben. Die Regierung verweist auf mögliche positive Effekte für Unternehmen: Ein barrierefreier Zugang erschließe neue Kundengruppen und stärke die Wettbewerbsfähigkeit - gerade in einer alternden Gesellschaft.
Das Gesetz regelt nicht nur bauliche Inklusion, sondern auch Barrierefreiheit durch Gebärden- und leichte Sprache, sowie Brailleschrift für blinde Menschen. Unternehmen sollen sich künftig in einem Bundeskompetenzzentrum kostenlos Rat holen können.
Heimsieg gegen Leipzig: Erstmals seit sechs Jahren - Bayern zieht ins Halbfinale ein

Der FC Bayern zieht zum ersten Mal seit 2020 mal wieder ins Halbfinale des DFB-Pokals ein - weil RB Leipzig seine Chancen vergab und auch Pech mit dem Schiedsrichter hatte.
Beim letztlich aber nicht unverdienten 2:0 (0:0) für die Münchner, die zuletzt fünfmal in Serie nicht mal das Halbfinale dieses Wettbewerbs erreicht hatten, trafen einmal mehr Harry Kane (64.) und Luis Diaz (67.). Dieses Duo hatte schon am vergangenen Sonntag zusammen alle fünf Treffer beim 5:1 gegen Hoffenheim erzielt.
Leipzigs Linksverteidiger David Raum ärgerte sich anschließend im Sportschau-Interview: "Wenn du hier gewinnen willst, brauchst du auch Spielglück und richtige Entscheidungen vom Schiedsrichter - beides war leider nicht da. Es war trotzdem eine gute Leistung von uns, ich bin auch stolz auf meine Jungs. Aber am Ende stehen wir mit Nichts da." Bayern-Coach Vincent Kompany sagte der ARD: "Wir sind im Halbfinale, der März wird jetzt ein sehr interessanter Monat. Wir waren stabil heute. Und wenn man die Highlights dieser Partie sieht, dann sind da sehr viele Großchancen des FC Bayern dabei."
Starker Start der Leipziger
Die Leipziger waren allerdings furios in die Partie gestartet, drängten die Bayern in deren Stadion zunächst komplett in die Defensive. Nach fünf Minuten schien sich der verdiente Lohn einzustellen. Yan Diomande dribbelte sich auf engstem Raum filigran gegen drei Münchner durch, mit etwas Glück sprang die Kugel dann zu Christoph Baumgartner, der sich im Zweikampf mit Jonathan Tah durchsetzte und Manuel Neuer keine Chance ließ. Doch nach längerer VAR-Überprüfung fiel auf, dass Baumgartner minimal im Abseits gestanden hatte - der Treffer wurde aberkannt.
Erst in der 12. Minute wurden auch die Bayern mal gefährlich. Kane setzte sich im Strafraum durch, scheiterte aber an Leipzigs Pokalkeeper Maarten Vandervoort. Von dessen Fuß prallte die Kugel gegen das Schienbein von Willi Orban und trudelte Richtung der eigenen Torlinie - ehe Castello Lukeba in höchster Not klären konnte.
Ole Werner kritisiert Siebert: "Einfach schlecht"
Nach einer Viertelstunde erhöhten die Bayern dann merklich den Druck, Leipzig bekam nur noch wenig Entlastung zustande. Diaz (18.) und noch einmal Kane (21.) vergaben aber jeweils aus kurzer Distanz gute Einschussmöglichkeiten.
Die Leipziger fanden erst nach einer knappen halben Stunde mal wieder Zugriff - und sofort wurde es gefährlich. Flügelstürmer Antonio Nusa drängte Richtung Bayern-Strafraum, wurde aber kurz vor oder sogar auf der Sechzehner-Linie eindeutig regelwidrig von Josip Stanisic zu Fall gebracht. Schiedsrichter Daniel Siebert hätte die Wahl zwischen Freistoß und Elfmeter gehabt, dann wäre die Frage gewesen, ob der VAR den Beginn des Foulspiels minimal vor dem Strafraum oder das Zu-Fall-Bringen im Sechzehner zum Maßstab nimmt. Doch Siebert pfiff nicht mal das Foul, was RB-Coach Ole Werner an der Seitenlinie zum Kochen brachte - er sah Gelb.
Nach der Partie redete Werner dann Klartext: "Das Foul hat jeder im Stadion gesehen - außer vier Leute. Wobei der eine von den vier, der neben mir stand, der hat es ganz genau gesehen. Wenn man dann die Funkverdindung und diese ganzen technischen Möglichkeiten nicht nutzt, dann braucht man den ganzen Zirkus auch nicht. Wohin der VAR letztlich die Linie gelegt hätte, ist dahingestellt, aber wenn ich das nicht mal als Foul sehe, dann ist das einfach nur schlecht, tut mir leid."
Neuer und Vandervoort mit guten Reflexen
Bis zur Pause war die Partie dann wieder ausgeglichener, Leipzig befreite sich zunehmend aus der Umklammerung und setzte wieder eigene Nadelstiche. In der 37. Minute musste Neuer schon sehr gut reagieren, um einen Vollspannschuss von David Raum aus dem linken Winkel zu holen. Auf der anderen Seite testete Aleksandar Pavlovic in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ebenfalls den Keeper, Vandervoort lenkte den 20-Meter-Schuss aber noch um den Pfosten.
Auch im zweiten Durchgang ging es für beide Teams auf Augenhöhe weiter. Auf Leipziger Seite sorgte immer wieder Diomande für Gefahr, die Top-Chance zur Führung hatten aber die Bayern: Serge Gnabry scheiterte in der 58. Minute aus acht Metern am großartig reagierenden Vandervoort.
Kane mal wieder sicher vom Punkt
Nach einer guten Stunde wurde es dann hektisch. Für die Leipziger traf Mittelstürmer Romelu per Kopf aus kurzer Distanz die Latte - allerdings aus abseitsverdächtiger Position. Im direkten Gegenzug startete Josip Stanisic durch, Vandervoort rutschte beim Herauslaufen aus und holte den Kroaten von den Beinen - Kane verwandelte den Strafstoß sicher.
Drei Minuten später war die Partie dann entschieden. Zunächst vergab Michael Olise noch eine gute Möglichkeit, dann schickte der Franzose aber Diaz steil, der Orban locker abschüttelte und Vandervoort keine Chance ließ.
Leipzig ließ sich anschließend zwar nicht hängen, es war aber deutlich zu sehen, dass der Glaube an die eigene Chance nicht mehr wirklich vorhanden war. Das Halbfinale wird nun am 22. Februar ausgelost - neben den Bayern sind noch Bayer Leverkusen, der SC Freiburg und der VfB Stuttgart im Rennen.
Rodel-Doppelsitzer: Eitberger/Matschina gewinnen Olympia-Silber

Nächste Medaille im Eiskanal von Cortina. Die Doppelsitzerinnen Dajana Eitberger und Magdalena Matschina holen die Silbermedaille. Der Sieg bei der Oympia-Premiere der Doppelsitzer-Rodlerinnen ging an Italien.
Nach Silber im Einsitzer in Pyeongchang 2018 holt Dajana Eitberger auch in Cortina d'Ampezzo eine Olympische Medaille. Die 35-Jährige musste sich mit ihrer Partnerin Magdalena Matschina nur Italien geschlagen geben. Am Ende fehlten 0,120 Sekunden auf die siegreichen Andrea Vötter und Marion Oberhofer. Bronze ging an die Österreicherinnen Selina Egle und Lara Kipp, die als Favoritinnen auf Gold ins Rennen gegangen war.
Eitberger/Matschina nutzen österreichischen Patzer im ersten Lauf
Die österreichischen Favoritinnen Selina Egle und Lara Kipp, die als amtierende Weltmeisterinnen auch den Gesamtweltcup anführen, leisteten sich einen Fahrfehler und mussten mehrfach korrigieren. Trotz hoher Geschwindigkeit reichte es nicht, um an Italien vorbeizuziehen.
Die Lokalmatadorinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer, die schon im Training in jedem der sechs Läufe unter die besten drei gefahren waren, lieferten die schnellste Zeit. In 53,102 Sekunden bestätigten sie ihre Trainingsleistung.
Mit der Startnummer sechs ging das deutsche Duo an den Start. Direkt zu Beginn gerieten beide in die Bande, ließen anschließend aber eine fehlerlose und entsprechend schnelle Fahrt folgen, die zu Platz zwei hinter Italien reichte. Deutschland mit 0,022 Sekunden Rückstand zur Halbzeit auf Silberkurs.
Starker Lauf von Eitberger/Matschina reicht zu Olympia-Silber
Als Vierte nach dem ersten Lauf gingen die Letinnen Marta Robezniece und Kitja Bogdanova in die Bahn und verbesserten ihre Zeit aus dem ersten Durchgang deutlich. Die beiden Olympiadebütantinnen übernahmen zwischenzeitlich die Führung. Anschließend paddelten die favorisierten Österreicherinnen in die Eisrinne, waren aber langsamer als zuvor. Dennoch verdrängten sie die Lettinnen.
Dann musste Team Deutschland liefern. Die Fahrt begann für Eitberger/Matschina mit einem guten Start und der Vorsprung wuchs uns wuchs. Mit 0,139 Sekunden Vorsprung rasten sie ins Ziel. Schon da war klar, dass es mindestens Silber wird. Doch das letzte Wort hatten die Italienerinnen, die ihren Vorsprung auf Team Deutschland ausbauten und Olympiagold gewannen.
Eitberger holt als Erste Medaille im Ein- und Doppelsitzer
Dajana Eitberger gab hinterher zu, den ganzen Tag nervös gewesen zu sein. "Ich war heute sehr emotional, habe im Zehn-Minuten-Takt geheult", berichtete die 35-Jährige, für die es das letzte Olympia-Rennen gewesen war. Zugleich stellte sie eine neue Bestmarke auf. Nach Silber in Peking im Einsitzer holte sie als Erste nun auch im Doppelsitzer Edelmetall.
Auch Teamkollegin Matschina hatte mit den Nerven zu kämpfen, stellte aber klar: "Mir war scheißegal, was unten rauskommt. Ich wollte einfach nur Spaß haben." Den hatte die beiden und mit dem Gewinn der Silbermedaille die passende Krönung.
Rodel-Doppelsitzer: Nach Aufholjagd: Wendl/Arlt holen noch Bronze

Die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt gewinnen ihre siebte olympische Medaille. Im Eiskanal von Cortina verpasst das Duo das angestrebte Olympiagold, darf sich nach einer Aufholjagd aber über Bronze freuen.
Die Freude über Bronze war groß bei Tobias Wendl und Tobias Arlt. Schließlich hatten beide nach einem eher missglückten ersten Durchgang nicht mehr mit einer Medaille rechnen können. Dank einer beherzten Fahrt im zweiten Lauf schoben sich die 38-Jährigen noch von dem fünften auf den dritten Rang, neun Zehntelsekunden fehlten zu Gold.
Der Sieg ging an die Lokalmatadoren Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner (1:45,086 Minuten) vor den Österreicherin Thomas Steu und Wolfgang Kindl (+0,068 Sekunden). Das zweite deutsche Duo Toni Eggert und Florian Müller wurde undankbarer Vierter.
Verrückter erster Lauf und enge Abstände
In einem engen ersten Lauf waren die Amerikaner Marcus Müller und Ansel Haugsjaa überraschend am schnellsten. Mit einer Zeit von 52,482 Sekunden verbesserten sie den von den Österreichern Thomas Steu und Wolfgang Kindl mit Startnummer eins gesetzten Bahnrekord um drei Tausendstelsekunden. Der hatte zuvor neun Duos lang gehalten.
Keine deutsche Medaille zur Halbzeit - Eggert/Müller überraschen
Die beiden deutschen Teams waren zur Halbzeit ohne Medaille. Die Gesamtweltcupführenden Tobias Wendl und Tobias Arlt (52,583 Sekunden) zeigten eine engagierte Fahrt, die zunächst auf Rang zwei führte. Damit bestätigten sie zumindest teilweise ihren Bundestrainer Patric Leitner, der vor dem Rennen versprochen hatte: "Die Tobis werden performen. Das sind Wettkampftypen."
Vor dem Finale hatten die beiden Bayern 0,101 Sekunden Rückstand auf die US-Amerikaner, die Gold-Hoffnungen waren da schon fast ausgeträumt. 0,84 Sekunden fehlten auf Rang drei, den Italien mit Emanuel Rieder und Simon Kranzwaldner belegte. An Wendl/Arlt zogen auch noch ihre Teamkollegen Toni Eggert und Florian Müller um vier Tausendstelsekunden vorbei. Es bahnte sich in vielerlei Hinsicht eine dicke Überraschung im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo an.
Rodel-Tobis Wendl/Arlt schlagen zurück
Im zweiten Durchgang legten Wendl-Arlt einen Lauf vor, der schließlich zum Bronzelauf wurde. In 52,593 Sekunden bezwangen sie die Bahn und verdrängten damit nicht nur ihre Teamkollegen Eggert/Müller, die im zweiten Lauf nicht an ihre Zeit aus dem ersten herankamen. Den schnellsten Lauf setzten mit 52,587 Sekunden die Italiener, die zunächst die bayerischen Rodler verdrängten und deren Marke kein Team mehr unterbieten sollte.
Als Letztes stand nur noch Team USA oben. Die Zauberfahrt aus dem ersten Lauf konnte das Duo Müller/Haugsjaa aber nicht mehr wiederholen und fiel zurück. Anschließend durften Tobias Wendl und Tobias Arlt ihre siebte olympische Medaille bejubeln.
Nächtlicher Materialwechsel bringt die Bronzemedaille
"Das fühlt sich an wie Gold. Wir haben eine extrem bescheidene Woche hinter uns", maß Wendl der Medaille eine große Bedeutung bei. "Wir haben gekämpft. Wir haben von gestern auf heute das komplette Material umgestellt. Wir sind ohne Vorahnung, wie der Schlitten fährt, runtergefahren."
Noch am Renntag habe man am Schlitten gearbeitet, gab Teamkollege Arlt den Einblick, dass es nicht bei einer Nachtschicht geblieben war. "Wir haben heute früh noch weitergemacht und ich denke, wir haben die richtige Stellschraube gedreht." Das Ergebnis mache Hoffnung. Hoffnung für den Teamwettbewerb. Dann wollen die Rodel-Tobis ihr siebtes olympisches Gold.
Regional
Baden-Württemberg: Regionalbahn erfasst Lkw: Weiter Beeinträchtigungen im Zugverkehr zwischen Ulm und Langenau

Am Mittwoch hat eine Regionalbahn an einem Bahnübergang in Langenau (Alb-Donau-Kreis) einen Lkw erfasst. Die Strecke war bis in die Nacht gesperrt. Es kommt weiter zu Verspätungen.
Am Mittwochnachmittag ist an einem Bahnübergang in Langenau (Alb-Donau-Kreis) eine Regionalbahn mit einem Lkw zusammengestoßen. Wegen des Unfalls war die Strecke zwischen Ulm und Langenau mehrere Stunden gesperrt. Nach Angaben der Bahn kommt es weiterhin zu Verspätungen.
Unfallursache wohl technischer Defekt
Der Lastwagen ist laut ersten Informationen der Polizei wegen eines technischen Defektes auf den Gleisen liegen geblieben. Ein Regionalzug, der gerade aus dem Bahnhof Langenau in Richtung Ulm fuhr, prallte gegen den Lastwagen. Es handelt sich um einen Tanklaster, der nicht befüllt war.
Der Fahrer des Lastwagens, der Lokführer und die 20 Fahrgäste im Zug blieben unverletzt. Für sie wurde ein Bus organisiert. Die Bahnstrecke zwischen Langenau und Ulm wurde für mehrere Stunden gesperrt. Laut einer Bahnsprecherin wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Der Zug sei nicht mehr fahrbereit gewesen und musste abgeschleppt werden. An der Regionalbahn und dem Lkw entstand hoher Schaden. Auch die Schrankenanlage am Bahnübergang wurde beschädigt.
Die Sperrung wurde in der Nacht auf Donnerstag aufgehoben. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Ulm und Langenau sind wieder Zugfahrten möglich, teilt die Bahn auf ihrer Website mit. Dennoch kommt es den Angaben zufolge weiterhin zu Beeinträchtigungen. Die Züge verkehren im Bereich Langenau mit verminderter Geschwindigkeit. Deshalb kommt es zu Verspätungen, teilt die Bahn mit.
Berlin: Kind stirbt nach Hochhausbrand in Berlin

In Berlin ist bei einem Hochhausbrand ein Kind gestorben. Mindestens zwei Menschen wurden schwer verletzt, darunter ein weiteres Kind. Der Brand soll laut Feuerwehr inzwischen gelöscht sein.
Bei einem Hochhausbrand in Berlin-Friedrichsfelde (Lichtenberg) ist nach Feuerwehrangaben ein zunächst gerettetes Kind gestorben. Mindestens zwei Menschen wurden schwer verletzt, darunter ein weiteres Kind. Die Schwerverletzten waren unter Reanimationsmaßnahmen ins Krankenhaus gebracht worden, nach dem Abtransport hieß es gegen Mitternacht, dass ein Kind in der Klinik verstorben sei.
Den Brand in dem 21 Stockwerke hohen Gebäude habe man inzwischen löschen können, sagte Feuerwehrsprecher Gordian Scholz dem rbb am späten Abend.
Feuerwehr mit rund 170 Kräften vor Ort
Den Angaben zufolge war der Brand in der vierten Etage des Hochhauses in der Dolgenseestraße ausgebrochen. Um 19:56 Uhr sei die Feuerwehr alarmiert worden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte habe eine Wohnung "in Vollbrand" gestanden. 60 Bewohnerinnen und Bewohner retteten sich teils selbst oder wurden von Einsatzkräften ins Freie gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. "Das Problem war hier die starke Verrauchung. Der Rauch hatte sich im gesamten Treppenhaus ausgebreitet", so Sprecher Scholz. Das Haus sei von den Einsatzkräften komplett evakuiert worden. Die Brandursache sei noch unklar.
Der Einsatz sei mit rund 170 Kräften erfolgt. Auch ein spezielles Modul für die Bewältigung eines Massenanfalls an Verletzten war nach ersten Feuerwehrangaben unter den alarmierten Einheiten.
Die Schwerverletzen seien von den Brandbekämpfern aus dem Flur vor den Wohnungen geborgen worden und hätten dann reanimiert werden müssen.
Gegen 23:30 Uhr wurden nach Angaben des Feuerwehrsprechers auch die letzten Nachlöscharbeiten beendet. In der Folge kämen die Spezialisten zur Brandursachenermittlung zum Einsatz und es werde geprüft, ob möglicherweise Bewohner des Hochhauses wieder in ihre Wohnungen zurück könnten.
Brandenburg, Berlin: Öffentlicher Dienst: Warnstreiks auch in Berlin und Brandenburg

Anlässlich der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hatten die Gewerkschaften für Mittwoch erneut zum Warnstreik aufgerufen: in Berlin und Brandenburg unter anderem im Bildungseinrichtungen, bei Polizei und Feuerwehr sowie in Verwaltungen.
- Dritte Verhandlungsrunde für den Öffentlichen Dienst am Mittwoch
- Gewerkschaften hatten für den Tag zu Warnstreik aufgerufen
- Polizei, Ämter, Schulen, Kitas und Hochschulen in Berlin und Brandenburg betroffen
Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Mittwoch zu Einschränkungen bei Behörden oder Bildungseinrichtungen in Berlin und Brandenburg geführt. Dazu aufgerufen hatten die Gewerkschaften Verdi, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die IG-Bau und die Gewerkschaft der Polizei (GdP).
In Berlin waren Kitas, Schulen und Bezirksämter betroffen. Verdi-Sprecher Kalle Kunkel sagte dem rbb, er gehe von einer zweistelligen Anzahl an Kitas aus, die ihre Arbeit in Berlin eingestellt hätten und einer "relevanten Zahl", die nur eingeschränkt arbeiteten. Beschäftigte der Feuerwehr, Polizei und Senatsverwaltungen schlossen sich ebenfalls den Warnstreiks an und nahmen an einer großen Demo und Kundgebung in Potsdam teil.
In Brandenburg wurde bei Polizei, Hochschulen und den Landesministerien gestreikt.
Die Polizei hatte die Potsdamer am Mittwoch vor Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt gewarnt. Hintergrund der Warnung waren gleich mehrere Versammlungen der Gewerkschaften. So zog im Rahmen des Warnstreiks eine Demonstration vom Lustgarten zum Verhandlungsort, dem Kongresshotel, mit dem Abschluss einer Kundgebung am Verhandlungsort.
Verdi will mindestens ein Plus von 300 Euro
Die Gewerkschaften wollten zum Auftakt der dritten Verhandlungsrunde in Potsdam am Mittwochnachmittag den Druck verstärken. In den Tarifverhandlungen mit den Ländern fordert Verdi sieben Prozent mehr Lohn im Monat, zur Stärkung unterer Lohngruppen aber mindestens ein Plus von 300 Euro.
Der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), forderte Bewegung bei den Gewerkschaften. Die Länder hätten Angebote gemacht, die sich auf über fünf Prozent mehr Einkommen über eine Laufzeit von 26 Monaten beliefen.
Betroffen von den Verhandlungen sind insgesamt rund 2,2 Millionen Beschäftigte. Für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte wird direkt verhandelt. Auf rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfänger soll das Ergebnis später in den einzelnen Ländern per Gesetz übertragen werden, fordern die Gewerkschaften.
Bereits in den vergangenen Wochen hatte es Warnstreiks in etlichen Bundesländern gegeben, auch an Schulen vor allem in Ostdeutschland. In Berlin waren zuletzt auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) betroffen, ihre Mitarbeiter waren an diesem Mittwoch aber nicht zum Warnstreik aufgerufen.
Bremen: SPD und Grüne misstrauen Bremer Linken-Mitarbeiter der Fraktion

In den Reihen der Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen gibt es wachsende Vorbehalte, sicherheitspolitisch sensible Inhalte gemeinsam mit der Linken zu beraten.
Konkreter Hintergrund ist nach Informationen von buten un binnen das Misstrauen gegenüber einem Mitarbeiter der Linksfraktion. Diesem werde von Bremer Sicherheitsbehörden attestiert, sich in einer linksextremen Organisation zu engagieren, die vom Verfassungsschutz beobachtet werde.
Da diese Informationen in einer Sitzung der Parlamentarischen Kontrollkommission (PKK) geflossen sein sollen, sprechen die meisten politischen Akteure nicht offen über den Vorgang. Denn in dem Gremium, das unter anderem den Verfassungsschutz kontrolliert, gilt Geheimhaltung.
Zusammenarbeit schwer vorstellbar
Aus der SPD ist dennoch zu hören, eine weitere Zusammenarbeit etwa am neuen Verfassungsschutzgesetz sei unter solchen Voraussetzungen mit der Linken schwer vorstellbar. Der SPD-Fraktionsvorsitzende und PKK-Vorsitzende Mustafa Güngör drückt es deutlich vorsichtiger aus:
Nach Informationen von buten un binnen gab es zum Fall des Linken-Mitarbeiters bereits deutliche Gespräche zwischen den Spitzen der Koalitionsfraktionen. Aus den Reihen von SPD und Grünen ist allerdings zu hören, dass die Angelegenheit noch nicht geklärt sei.
Oppositionsführerin Wiebke Winter (CDU) sieht sich durch den Fall in ihrer Überzeugung bestärkt, dass die Linke nicht länger als Regierungsfraktion tragbar sei.
Die Linke will sich auf Anfrage heute nicht zu dem Vorgang äußern. Den Namen ihres umstrittenen Mitarbeiters hat die Fraktion mittlerweile von ihrer Webseite gelöscht.
Hessen: Skyliners Frankfurt verlieren Achterbahnfahrt gegen Trier

Weit zurückgelegen, zurückgekämpft, dann doch verloren: Die Skyliners Frankfurt haben gegen Trier erneut eine Niederlage kassiert. Wieder einmal war es eine enge und spannende Partie.
Die Skyliners Frankfurt haben in der Basketball-Bundesliga eine unnötige Niederlage kassiert. Die Hessen verloren vor heimischer Kulisse gegen den Tabellenvierten aus Trier am Mittwoch in der Overtime mit 108:115 (41:44;95:95). Das bittere aus Sicht der Frankfurter: Die Skyliners hatten den Sieg eigentlich schon so gut wie sicher.
Nach einer echten Achterbahnfahrt über das gesamte Spiel lagen die Hessen im Schlussviertel trotz zwischenzeitlichem 11-Punkte-Rückstand drei Sekunden vor Schluss wieder mit zwei Punkten in Front. Das Spiel war eigentlich gedreht, aber: Nach einem unnötigen Foul von Will Christmas konnte Trier mit zwei Freiwürfen doch noch ausgleichen.
Zweite Niederlage in wenigen Wochen gegen Trier
Den Hessen war der Schock anzumerken, in der Overtime zogen die Gäste dann uneinholbar davon. Für die Frankfurter ist es bereits die zweite knappe Niederlage gegen Trier innerhalb weniger Wochen.
Nordrhein-Westfalen: Teurer Führerschein: Wann Fahrenüben strafbar ist - und wann nicht

Mehr als 3.000 Euro kostet mittlerweile ein Führerschein. Viel Geld - für viele zu viel. Deshalb will Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) die Kosten mit einem Reformpaket senken. Bis das greifen kann, dauert es noch lange.
Die Preise für den Führerschein klettern seit Jahren – und wer heute den „Lappen“ machen will, zahlt schnell so viel wie früher für einen gebrauchten Kleinwagen. Während die Politik Reformen will, die vor allem Fahrschulen die Stirn runzeln lassen, bleibt eine Frage drängender denn je: Was können angehende Fahrerinnen und Fahrer selbst tun, um die Kosten im Griff zu behalten? Wir zeigen, an welchen Stellschrauben ihr drehen könnt, damit der Weg zum Führerschein nicht zum finanziellen Härtetest wird.
Verkehrsübungsplätze können Sicherheit vermitteln
Für einen normalen Führerschein der Klasse B sind aktuelle 14 Doppelstunden Theorie und 12 Fahrstunden Pflicht. Die sind nicht verhandelbar, sodass sich die Kosten nur durch einen möglich günstigen Fahrschultarif drücken lassen. Zusätzlich kann man Zusatzkosten vermeiden, indem man beide Prüfungen auf Anhieb besteht und zusätzliche Übungsstunden vermeidet.
Nun hat nicht jeder nach zwölf Fahrstunden à 45 Minuten die nötige Sicherheit, um eine praktische Prüfung zu bestehen, bei der laut TÜV mehr als ein Drittel im ersten Anlauf durchfallen. Will man diese Sicherheit etwas günstiger beziehen, stehen einem dafür Verkehrsübungsplätze offen. Der ADAC betreibt einen in Kaarst, wo man als Nicht-Mitglied eine Stunde lang für 20 Euro (45 Minuten in der Fahrschule können zwischen 55 und 77 Euro kosten) üben kann.
Fahren ohne Führerschein im öffentlichen Raum ist eine Straftat
Ab 16 Jahren kann man sich in Kaarst hinter dem Pkw-Steuer den nötigen Feinschliff holen, wenn die Eltern das absegnen und jemand mit gültigem Führerschein neben einem sitzt. "Der Verkehrsübungsplatz wird von der jungen Generation gut angenommen", sagt der ADAC.
Auch das NRW-Innenministerium empfiehlt die günstigeren Übungsplätze im Land, von denen es etliche gibt - neben Kaarst beispielsweise in Recklinghausen, Mettmann, Köln und Olpe. "Das ist der gesicherte Raum, wo man üben sollte", so ein Sprecher des Ministeriums.
Wo Üben schnell zur Straftat wird
Wo man definitiv nicht üben sollte, seien Feldwege oder leere Parkplätze an Wochenenden. Da gelte die Straßenverkehrsordnung, und wer dort ohne gültige Fahrerlaubnis mit dem Auto fährt, mache sich strafbar. Dasselbe gelte für Fahrer, die das gestatten, so der Sprecher. Zudem warnt der TÜV davor, dass man bei einem Unfall auf den Kosten sitzen bleiben könne, weil die Versicherung nicht zahlt.
NRW-Innenministerium
Zudem ziehe das Fahren ohne Fahrerlaubnis laut ADAC in der Regel eine Sperrfrist für den Führerscheinerwerb nach sich, "deren Dauer von sechs Monaten bis fünf Jahren reichen kann". Neben den davor vorgesehenen Plätzen seien zum Üben laut Innenministerium lediglich noch private Grundstücke eine legitime Wahl, die aber besser klar abgegrenzt sein sollten - laut TÜV ein "öffentlich zugängliches Privatgrundstück mit Erlaubnis des Eigentümers".
Warten auf einen Preissturz lohnt sich laut TÜV und ADAC nicht
Ein gutes Mittel, um Kosten zu senken, ist laut ADAC der Vergleich mehrerer Fahrschulen: "Hier gibt es Unterschiede von teilweise 10 bis 20 Euro pro Fahrstunde. Das kann in Summe schon mehrere hundert Euro Ersparnis ausmachen", sagt ADAC-Sprecher Thomas Müther am Mittwoch auf WDR-Anfrage.
Wem der Führerschein auch ohne zusätzliche Übungsstunden zu teuer ist, dem kann Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband, trotz des von Schnieder angestoßenen Reformprozesses wenig Hoffnung auf einen baldigen Preissturz machen: "Ein Warten lohnt ich nicht. Vermutlich dauert das Gesetzgebungsverfahren circa 9 bis 12 Monate. Bis zum Inkrafttreten werden wir das Jahr 2027 schreiben."
Die Führerscheinausbildung aufzuschieben lohnt sich laut ADAC-Sprecher Thomas Müther nicht.
Abgesehen von mutmaßlichen positiven Effekten auf die Führerscheinkosten, reagieren ADAC, TÜV und der Fahrlehrerverband unterschiedlich auf Schnieders Reformpaket. "Wir sind entsetzt über die Pläne", sagt etwa Kurt Bartels, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Nordrhein.
Reformpläne spalten Verbände: Von Entsetzen bis vorsichtigem Zuspruch
Zu Schnieders Plänen gehört die Möglichkeit eines reinen theoretischen Online-Unterrichts, weniger Fragen in der Theorieprüfung, weniger verpflichtende Sonderfahrten (z. B. Autobahn) und eine "Laienausbildung" durch Eltern oder Freunde, wie sie es in Österreich gibt. Bartels spricht da von einem "Angriff auf die Verkehrssicherheit".
Ganz so drastisch sieht man es bei ADAC und TÜV nicht. Sollten Fahrschulen die Wahlfreiheit zum kompletten digitalen Unterricht nutzen, könne laut TÜV die Prüfungsvorbereitung darunter leiden. Der ADAC begrüßt sogar die höhere Flexibilität des Ansatzes, der "die Erreichbarkeit von Fahrschulen für Fahrschüler gerade in ländlichen Regionen deutlich erleichtern" könne. Präsenz sei damit nicht vom Tisch, aber eben eine freie Entscheidung der Fahrschule. Müther sagt, es könne "sinnvoll sein, Inhalte mit besonders hoher Relevanz für die Verkehrssicherheit weiter in Präsenz zu vermitteln". Die Klärung der Sicherheitsfrage müsse auch geklärt sein, ehe man Sonderfahrten streicht.
ADAC begrüßt mehr Fahrpraxis durch "Laienausbildung"
Eine gekürzte Theorieprüfung sei eher ein "Risiko, sicherheitsrelevante Standards zu senken, ohne spürbare Kostenvorteile zu erzielen", sagt Goebelt. Fraglich sei auch der Ansatz der "Laienausbildung", weil Schnieder offen gelassen habe, wie die genau aussehen solle. Müther verweist allerdings auf die positiven Erfahrungen, die man in Deutschland bereits mit dem "Begleiteten Fahren" gemacht habe. Das leiste "wesentlichen Beitrag zu einem geringeren Unfallrisiko bei Fahranfängern".
Aber die Reform liegt noch in weiter Ferne, da sich Schnieder bei der Verkehrsministerkonferenz mit den Ländern Ende März erstmal auf ein Paket einigen muss. Noch sind es nur seine Pläne. Die Führerscheinkosten bleiben also erst mal hoch.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Thomas Müther, Leiter Kommunikation des ADAC Nordrhein
- WDR-Gespräch mit Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband
- NRW-Innenministerium
- ADAC-Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich
Rheinland-Pfalz: Messerangriff beim Drogendeal in Idar-Oberstein: Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Anfang Dezember war ein junger Mann bei einem Messerangriff in Idar-Oberstein schwer verletzt worden. Nun hat die Polizei zwei Tatverdächtige verhaftet.
Am Abend des 8. Dezember 2025 traf sich eine Gruppe junger Männer an der Bushaltestelle Röhrenkump in Idar-Oberstein. Laut Polizei hatten sie sich zu einem Drogendeal verabredet. Später musste einer der jungen Männer mit einer Stichwunde im Bauch ins Krankenhaus.
Bis vergangene Woche fahndete die Kriminalpolizei nach den Tätern. Nun haben die Ermittler nach eigenen Angaben zwei Verdächtige festgenommen. Gegen einen dritten jungen Mann laufen Ermittlungen. Was der Gruppe vorgeworfen wird: versuchter Raub und gefährliche Körperverletzung.
Opfer musste im Krankenhaus notoperiert werden
Die drei Männer - alle im Alter zwischen 19 und 20 Jahren - sollen sich mit den Opfern verabredet haben, mit dem Vorwand ihnen Drogen abzukaufen. Einer der drei Verdächtigen soll einem 19-Jährigen dann mit einem Messer in den Bauch gestochen haben, um die Drogen zu rauben.
Der junge Mann wurde dabei so schwer verletzt, dass er in einem Krankenhaus notoperiert werden musste. Kurz darauf war er allerdings außer Lebensgefahr, teilte die Polizei mit. Ein zweites Opfer sollen die Täter an jenem Dezemberabend mit einem Schlagstock traktiert und dabei leicht verletzt haben.
Wohnungen an der Mosel und im Hunsrück durchsucht
Nach der Tat seien sie dann mit einem Auto geflüchtet. Zeugenhinweise brachten die Ermittler allerdings auf die Spur der drei Männer. Die Polizei durchsuchte ihre Wohnungen im Raum Bernkastel-Kues und in der Stadt Idar-Oberstein. Anschließend wurden beide Beschuldigte der Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den Vollzug der Haftbefehle anordnete.
Saarland: Zwei schwere Unfälle in Höhe Völklingen-Wehrden

Gleich zwei schwere Unfälle haben sich am Mittwochmittag rund um die A620 bei Völklingen-Wehrden ereignet. Dabei wurden insgesamt sechs Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer.
Gegen 11.20 Uhr ist es am Mittwoch auf der Autobahn A620 bei Völklingen zu einem schweren Unfall unmittelbar vor dem Baustellenbereich gekommen. Das hat die Polizei Völklingen dem SR bestätigt.
Missglücktes Überholmanöver
Ein 24 Jahre alter Autofahrer aus Wadgassen war auf der linken Spur in Fahrtrichtung Saarlouis unterwegs und wollte rund 100 Meter vor der Ausfahrt Wehrden auf die rechte Fahrspur wechseln. Dabei übersah er aber einen neben ihm fahrenden Wagen und kollidierte mit diesem im Heckbereich.
Durch den Unfall wurde der zweite Wagen auf das Warntafel-Fahrzeug der Straßenverkehrssicherung geschoben. Sowohl der 24-jährige Unfallverursacher als auch die Insassen des zweiten Wagens, ein 32-Jähriger und ein einjähriges Kleinkind aus Wadgassen, wurden leicht verletzt.
Der Unfall verursachte einen langen Stau. Zur Beseitigung der Trümmerteile musste die Autobahn zeitweise komplett gesperrt werden, danach wurde der Verkehr einspurig vorbei geführt.
Zweiter Unfall an der Ausfahrt in Gegenrichtung
Kurze Zeit später, gegen 14.40 Uhr, ereignete sich dann ein weiterer Unfall in unmittelbarer Nähe: Ein 83-jähriger Autofahrer aus Saarbrücken war von der A620, Fahrtrichtung Saarbrücken, mit seinem Kombi an der Anschlussstelle Wehrden abgefahren und wollte auf die L387 einbiegen.
Dabei nahm er aber einem Amazon-Transporter die Vorfahrt, der auf der Landstraße aus Richtung Wadgassen kam. Beide Fahrzeuge stießen zusammen. Nach Polizeiangaben wurden der 83-jährige Saarbrücker und seine 82 Jahre alte Beifahrerin schwer verletzt, allerdings nicht lebensgefährlich. Der 24 Jahre alte Transporterfahrer zog sich leichte Verletzungen zu. Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt.
Fahrer musste aus Auto befreit werden
Die Feuerwehr musste den eingeschlossenen Pkw-Fahrer mit technischem Gerät befreien. Der Rettungshubschrauber Christoph 16 brachte den Notarzt zum Unfallort. Die Straße war zeitweise voll gesperrt. Der von der A620 aus Saarbrücken kommende Verkehr wurde nach rechts abgeleitet zur Auffahrt Richtung Saarlouis.
Sachsen: Notruf-Zeiten: Südwestsachsen vorne - Landkreis Leipzig Schlusslicht

Zwölf Minuten soll es in Sachsen maximal vom Notruf bis zur Ankunft des Rettungungsdientes dauern. Diese Frist wird am besten in Südwestsachsen eingehalten. Das zeigen aktuelle Zahlen des Innenministeriums.
Zwölf Minuten sollen in Sachsen maximal vergehen - vom Notruf bis zur Ankunft des Rettungungsdienstes. Diese sogenannte Hilfsfrist wird am häufigsten in Südwestsachsen eingehalten. Das teilte das sächsische Innenministerium MDR SACHSEN mit. Zahlen für das zweite Halbjahr 2025 zeigen: In neun von zehn Fällen hält der Rettungsdienst Südwestsachsen mit den Geschäftsstellen in Plauen und Zwickau die Frist ein.
Am wenigsten wird die Frist den Angaben zufolge im Landkreis Leipzig eingehalten: Dort schafft der Rettungsdienst nur in 6,6 von zehn Fällen die Ankunft innerhalb von zwölf Minuten.
Landesweite "leichte Verbesserung" bei der Hilfsfrist zu sehen
Landesweit spricht das Ministerium von einer "leichten Verbesserung". Die Hilfsfrist umfasst die Dispositionszeit, die Ausrückzeit und die Fahrzeit. Knapp hinter Südwestsachsen landet die Stadt Dresden auf Platz zwei. Dritter ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Dort wird die Hilfsfrist in 80 Prozent der Fälle eingehalten.
Sachsen-Anhalt: Vorwürfe der Vetternwirtschaft beschäftigen die AfD

Sachsen-Anhalts AfD sieht sich schwerwiegenden Vorwürfen ausgesetzt. Es geht um Vetternwirtschaft, ein Geflecht von Beschäftigungen zugunsten von Familienmitgliedern. Die Bundespartei sieht mindestens ein Geschmäckle. Und das in dem Jahr, in dem sich die Partei ihren größten Erfolg erhofft – einen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt. Dabei hatte erst vor wenigen Wochen den Landesverband ein Skandal um Untreue und Intrigen erschüttert. Jetzt kommt Kritik auch aus den eigenen Reihen.
- Die AfD in Sachsen-Anhalt wird vor der Landtagswahl von einer Affäre erschüttert. Führende Abgeordnete sollen Verwandte beschäftigt haben.
- In der Parteibasis ist man über die Angelegenheit nicht erfreut.
- Im Landtag ist das Vorgehen der Abgeordneten nicht offiziell verboten. Die Bundespartei will vermitteln.
Es kursiert ein Video, das das "Geschäftsmodell" der Familie Rausch darstellt. Zu sehen sind vor allem Urlaubsbilder eines Pärchens – und eine Rechnung. Nach der soll die Familie auf Jahreseinnahmen von etwa einer halben Million Euro kommen – in erster Linie durch Beschäftigung als Parlamentarier selbst oder als Mitarbeiter von Abgeordneten. Finanziert aus öffentlichen Geldern.
Vetternwirtschaft: Prominente AfD-Landespolitiker im Fokus
Im Zentrum steht Tobias Rausch, Jahrgang 1990. Er ist parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt. Das ZDF-Magazin Frontal hat über die Anstellung seiner drei Geschwister bei einer Bundestagsabgeordneten berichtet. Deren Tochter wiederum ist bei der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt beschäftigt. Rauschs Frau selbst arbeitet ebenfalls in der Fraktion.
Die zweite Personalie ist weitaus prominenter – sie betrifft den Spitzenkandidaten und Fraktionschef Ulrich Siegmund. Dessen Vater soll als Mitarbeiter im Wahlkreisbüro des altmärkischen Bundestagsabgeordneten der AfD beschäftigt sein, für monatlich 7.725 Euro.
Rumoren an der Basis: Kommunale AfD-Politiker nicht erfreut
Während Siegmund diese Vorwürfe in den Sozialen Medien als Falschbehauptungen des politischen Gegners abtut, scheint es innerhalb der Partei doch zu rumoren.
Hannes Loth, Bürgermeister von Raguhn-Jeßnitz und erster Hauptamtlicher mit AfD-Parteibuch in Deutschland, ist nun öffentlich vorgeprescht. Auf X schrieb er: "Die Vorgänge sind ein Schlag ins Gesicht für alle Mitglieder, die an der Basis harte Arbeit für unsere Partei leisten. Geschockt müssen unsere Mitglieder diese Vorgänge ertragen. Ich habe dazu nur eine Frage: Wo ist eigentlich der Landesvorsitzende?"
Die Nachricht auf X geht direkt an Martin Reichardt, der sich in den vergangenen Wochen auffallend still verhält. Muss hier ein Landesvorsitzender nicht Konsequenzen ziehen? Diese Forderung ist von der inzwischen grummelnden Basis zu hören, immerhin gehe es hier um Glaubwürdigkeit. Ein entsprechender Brandbrief mehrerer AfD-Politiker ging dieser Tage an die Zentrale in Berlin.
Tino Chrupalla: Angelegenheit hat ein "Geschmäckle"
Verspielt hier eine Partei ihr Umfragehoch durch so etwas profanes wie Vetternwirtschaft? Götz Kubitschek vom Verlag Antaios in Schnellroda und so etwas wie ein Vordenker der Neuen Rechten formulierte es mit Verweis auf die Anstellung von Verwandten in seinem Blog folgendermaßen: "Besser ist, man geht gar nicht mehr wählen, wenn die Neuen nicht anders sind als die Apparatschiks aus den Altparteien."
Co-Parteichef Tino Chrupalla hat in der Sendung bei Caren Miosga eingeräumt, das Ganze habe ein Geschmäckle. Selbst wenn solche Anstellungsverhältnisse rechtlich möglich sind, im Landtag von Sachsen-Anhalt etwa dürfen Abgeordnete keine Familienmitglieder anstellen.
"Überkreuz-Anstellungen" bei Landtagsabgeordneten nicht geregelt
"Damals hatte man aber nicht im Blick, dass es Überkreuz-Geschichten geben könnte – dass also der eine Abgeordnete Verwandtschaft vom anderen beschäftigt und umgekehrt. Das ist tatsächlich eine Lücke, insofern darf man das im Moment machen. Das könnten wir ändern", sagt der Grünen-Politiker Olaf Meister und fordert eine Verschärfung der Regeln, was die Beschäftigungsverhältnisse anbelangt.
So eine Überkreuz-Beschäftigung, fügt er hinzu, "ist natürlich politisch ganz finster und hat Ansätze von korruptiven Verhalten. Und dem müsste man etwas entgegensetzen."
Bundespartei will vermitteln
Unterdessen wächst auch in der Bundespartei die Sorge über die Situation in Sachsen-Anhalt. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios soll AfD-Bundesvorstandsmitglied Kay Gottschalk als Vermittler in Sachsen-Anhalt auftreten. Im AfD-Landesverband gibt man sich erstaunt. Man wisse nichts von einem entsprechenden Beschluss des Bundesvorstands.
Hamburg: Lufthansa-Streik: Auch in Hamburg könnten Flüge ausfallen

Passagiere der Lufthansa müssen heute in Hamburg und Hannover den ganzen Tag mit Flugausfällen und -änderungen rechnen. Sowohl die rund 4.800 Pilotinnen und Piloten als auch die rund 20.000 Beschäftigten des Kabinenpersonals sind zum Streik aufgerufen. Die Lufthansa hat umfangreiche Streichungen angekündigt, unklar ist aber, wie viele Flüge wirklich ausfallen.
Auch Flüge von und nach Hamburg werden voraussichtlich betroffen sein. Am Hamburger Flughafen hat die Lufthansa jeweils zwölf Ankünfte und Abflüge von und nach Frankfurt geplant - außerdem jeweils zehn Ankünfte und Abflüge von und nach München. Das teilte der Hamburger Flughafen am Mittwoch mit. Diese Verbindungen könnten vom Streik betroffen sein. Passagiere werden demnach gebeten, sich direkt an Lufthansa zu wenden. Die Fluggesellschaft teilt auf ihrer Internetseite mit, dass sie Gäste automatisch benachrichtigt, wenn ihr Flug betroffen sein sollte. Innerdeutsche Tickets können laut Lufthansa in Fahrkarten für die Bahn umgewandelt werden. Auch Umbuchungen sollen möglich sein, zum Beispiel auf die nicht bestreikten Lufthansa-Töchter Eurowings oder Discover.
Auch Flughafen Hannover betroffen
In Hannover betrifft der Streik den Flughafen Hannover-Langenhagen. Unter anderem sollen Abflüge der Lufthansa CityLine bestreikt werden. Von den neun Starts und neun Landungen der Lufthansa seien bisher jeweils sechs abgesagt worden, so eine Sprecherin am frühen Nachmittag. Noch im Plan standen gegen 14 Uhr eine Verbindung von und eine nach Frankfurt am Vormittag sowie zwei Verbindungen von und zwei nach München, die von der Tochter Lufthansa City Airlines durchgeführt werden.
Gewerkschaften wollen Betriebsrenten und neue Tarifverträge
Aufgerufen zum Streik haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) für die Piloten und die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO), die Mitarbeitende in der Kabine vertritt. Die Piloten streiken laut Aufruf der VC für höhere Übergangs- und Betriebsrenten. Die UFO will einem Sprecher zufolge mit dem Warnstreik Verhandlungen zu verschiedenen Tarifverträgen erzwingen. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan aushandeln, der bislang vom Management verweigert werde.
Kritik von der Lufthansa
Die Lufthansa hat den Streikaufruf von den Gewerkschaften der Piloten und des Kabinenpersonals heftig kritisiert. Personalvorstand Michael Niggemann sprach von einer völlig unnötigen Eskalation. Eine Lösung könne es nur am Verhandlungstisch geben. Die finanziellen Forderungen bezeichnete er als übertrieben.
Mecklenburg-Vorpommern: Bei Hagenow gefundene Leichenteile gehören zu vermisster Frau

Nach dem Fund von Leichenteilen in Goldenbow bei Hagenow ist die Herkunft dieser nun geklärt. Ein Mann sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.
Laut Staatsanwaltschaft Schwerin gehören die gefundenen Leichenteile zu einer 49-jährigen Frau aus Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim), die seit Mitte Dezember vermisst wurde. Die Leichenteile waren vor etwa einer Woche in Goldenbow von Ermittlern gefunden worden. Die Rechtsmedizin konnte diese jetzt mittels DNA-Abgleich zweifelsfrei der vermissten Frau zuordnen. Das hat die Staatsanwaltschaft dem NDR bestätigt.
Bekannter der Frau in Untersuchungshaft
Die Staatsanwaltschaft hatte bereits Anfang Januar Haftbefehl wegen Mordverdachts gegen einen Bekannten der Frau beantragt. Das Amtsgericht hatte diesen erlassen. Seitdem sitzt der 37-Jährige in Untersuchungshaft. Der Verdächtige steht demnach im Verdacht, die Frau aus einem finanziellen Motiv heraus getötet zu haben. Ob er sich inzwischen zum Tatvorwurf geäußert hat, konnte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht sagen.
Niedersachsen: Tipps der Polizei: Sicher und ohne Ärger Karneval und Fasching feiern

"Damit die Party nicht auf dem Revier endet": Die Polizei Northeim gibt Hinweise zu Weiberfastnacht und den Karnevalstagen. Was Närrinnen und Narren bei der Auswahl des Kostüms beachten sollten.
Auch beim Karneval und Fasching müssen Regeln eingehalten werden, betont die Polizei Northeim. Bei Verstößen müssten gegebenenfalls Kostüme oder das Zubehör abgegeben werden. Zudem drohen laut den Beamten Bußgelder - zum Teil sogar Strafverfahren. Damit es nicht so weit kommt, informiert die Polizei vorab über verbotene Verkleidungen, Gegenstände und Symbole.
Diese Regeln gelten laut Polizei für Kostüme zum Karneval:
- Waffen und Attrappen: Wer eine täuschend echte Waffe - eine Anscheinswaffe - dabei hat, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Anscheinswaffe haben nichts in der Öffentlichkeit verloren. Erlaubt ist aber erkennbares Spielzeug aus Plastik in knalligen Farben.
- Uniform-Kostüme: Kostüme, die eindeutig als solche erkennbar sind, dürfen getragen werden. Tabu sind aber Original-Uniformen mit echten Hoheitsabzeichen oder Dienstgraden. Wer zudem "Polizei spielt", begeht eine Amtsanmaßung.
- Verbotene Symbole: Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen sind streng verboten. Sie ziehen sofort ein Strafverfahren nach sich. "Hier gilt Null Toleranz", so die Polizei.
- Masken und Schminke: Beim Feiern ist beides erlaubt - am Steuer muss das Gesicht jedoch erkennbar sein. Also: Maske beim Autofahren absetzen. Andernfalls droht ein Bußgeld.
Schleswig-Holstein: Wissenschaft: Haben Frauen die gleichen Karrierechancen?

In vielen Hörsälen sitzen mehr Studentinnen als Studenten. Bei den Professuren sind meist Männer in der Überzahl. Zum "Internationalen Tag der Frauen in der Wissenschaft" fordern die Vereinten Nationen gleiche Karrierechancen.
Dr. Katharina Fuchs erforscht menschliche Überreste, Knochen und Zähne aus archäologischen Funden. "Knochen fand ich schon immer spannend", sagt sie. Ihr Forschungsschwerpunkt: Krankheiten und Mangelerscheinungen. Was Menschen damals fehlte, erzähle viel über das Leben in längst vergangenen Zeiten.
Am Institut für Ur- und Frühgeschichte an der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) habe sie immer mit vielen Frauen zusammengearbeitet, erzählt Fuchs - das sei aber nicht in allen Disziplinen so.
"Mit Flexibilität ist eine Karriere möglich"
Ist es für Frauen schwieriger, in der Wissenschaft Karriere zu machen? Die Anthropologin hat es nicht so erlebt: "Ich hatte nie das Gefühl, dass es etwas gibt, das ich nicht machen kann." Kinder hat sie nicht, kann sich aber vorstellen, dass es herausfordernd ist, Job und Familie zu vereinbaren: "Wenn man wie ich ein Labor leitet und im Sommer viel auf Ausgrabungen ist, muss man eine gewisse Flexibilität mitbringen - dann ist aber vieles möglich."
Sozialpsychologin Dr. Frederike Stucke erforscht an der CAU, wie sich Fans im Sport verhalten. Auch sie hat nicht das Gefühl, als Frau in der Wissenschaft benachteiligt zu sein. Zumindest, solange keine Familienplanung ansteht: "Wenn es in die Richtung gehen würde, wäre ein Punkt: Habe ich überhaupt die Sicherheit mit diesen befristeten Verträgen?" Von denen gibt es viele im Bereich der Forschung.
Professuren gehen überwiegend an Männer
Nach Hochschul-Angaben sind an der CAU in Kiel insgesamt aktuell 55 Prozent der Studierenden weiblich, beim wissenschaftlichen Personal sind Frauen mit 48 Prozent knapp in der Unterzahl. Bei den Professuren ist nur jede dritte Stelle von einer Frau besetzt. Eine Dauerbaustelle für Dr. Iris Werner, die Gleichstellungsbeauftragte der CAU: "Das wirkt sich natürlich auf Themen aus, auf die Qualität, die Vielfalt - auf alles, wofür eine Universität eigentlich steht."
In ganz Schleswig-Holstein sind Professuren an Hochschulen überwiegend in Männerhand. Auch an der Universität zu Lübeck ist nur etwa jede dritte Professur mit einer Frau besetzt, an der FH Westküste etwa jede vierte Stelle. Zumindest geben viele Hochschulen an, dass die Zahl der Frauen in den akademischen Spitzenpositionen langsam, aber stetig steigt. Dass Parität möglich ist, zeigt die Europa-Universität in Flensburg mit aktuell rund 50 Prozent Professorinnen.
Frauenquote an Universitäten gefordert
Gründe für die "gläserne Decke" in der Wissenschaft seien fehlende Vorbilder - und das "Old Boys Network", also alte männliche Seilschaften, sagt Franziska Schulz von der Gleichstellungsstelle der HAW Kiel (Hochschule für angewandte Wissenschaften). Für Iris Werner von der CAU sind auch Rollenklischees ein Problem: "Die führen dazu, dass die wissenschaftlichen Leistungen von Frauen oftmals unbewusst schlechter bewertet werden." Deshalb würden Frauen nicht oder sehr viel langsamer beruflich weiterkommen.
Die Gleichstellungsbeauftragte ist überzeugt: Eine Quote für Führungspositionen in der Wissenschaft wäre eine pragmatische Lösung. "Überall, wo es Quoten gibt, sieht man sehr deutliche Erfolge in der Gleichstellung." Andere Maßnahmen hätten nichts oder nur wenig gebracht.
Kampagne will Forscherinnen sichtbarer machen
Gleiche Karrierechancen an Hochschulen und in der Forschung: Das ist das Ziel der Vereinten Nationen zum "Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft" am 11. Februar. Auch die CAU in Kiel will Frauen in der Wissenschaft sichtbarer machen. Dafür hat die Universität unter anderem eine Social-Media-Kampagne gestartet, porträtiert hier Doktorandinnen, promovierte Wissenschaftlerinnen und Professorinnen - potenzielle Vorbilder also für ambitionierte Mädchen und Frauen, die Karriere in der Forschung machen wollen.

